Eine Pferdeherde, grasend auf der Wiese. In goldenes Dämmerlicht getaucht.

Berufswunsch: Frührentner

Es war schon schlimm genug, als nur die Frau mich zum Abnehmen und Arbeiten kriegen wollte. Seit Else neben mir wohnt, kann ich mir das Tag und Nacht anhören und habe gar keine Ruhe mehr 😦 Muskelaufbau hier, Training da, weniger Essen, mehr Sport – das kann doch echt nicht alles sein.

Ich habe in diesem Zusammenhang die interessante Beobachtung gemacht, dass meine Pferdekolleginnen und –kollegen immer dann frei haben und nicht arbeiten müssen, wenn sie weiße Paste an den Beinen haben. Diese Paste bewirkt anscheinend auch, dass man viel mehr Zeit draußen verbringen und Gras essen kann. Außerdem wird man sehr bedauert und steht extrem im Mittelpunkt. Genial – das will ich auch! 🙂

Ich kann das aber nur für unseren Stall sagen. Bei uns ist es nämlich so, dass die Pferde jeden Tag auf die Weide oder aufs Paddock kommen und die Besitzer sagen, dass die Pferde nur im absoluten Notfall in der Box bleiben müssen. Ich weiß aber auch, dass es woanders Pferde gibt, die im Offenstall wohnen, die also immer draußen sind, und dass es aber auch welche gibt, die gar nicht rauskommen. Die waren anscheinend so teuer, dass die Besitzer jetzt nicht mehr genug Geld haben, um den Tierarzt zu bezahlen 😉

Wisst ihr eigentlich, warum unsereiner IMMER zu den Kumpels will? Ist doch klar: wenn man allein im Stall bleibt, kann einen der Tierarzt problemlos finden und einem dicke Spritzen in den Hintern geben. Oder Nadeln sonstwohin pieksen. Das ist in der Herde nicht ganz so einfach, vor allem, weil wir Tierarztautos schon von weitem erkennen können 😉

Man glaubt auch gar nicht, wie sportlich Tierärzte sein können, wenn sie einen dann doch mal erwischt haben. Wie zum Beispiel das eine Mal, als mich die Frau durch geschicktes Futtereimer-Schwenken übertölpelt und eingefangen hat. Zack, war ich in der Box. Der Tierarzt leider auch, und mit ihm seine Spritze. Zu diesem Zeitpunkt wusste er noch nicht, dass das hübsche kleine Pferdchen (ich) partout keine Spritze wollte. Sonst hätte er die Boxentür sicher nicht zugemacht. Ich habe ihm das kurz erklärt und er war danach sehr froh, als er aus der Box rauswutschen konnte. Er war dabei fast so schnell wie Faxe, wenn es Essen gibt. Respekt 😉 Die nächsten Male hat mich die Frau immer am Strick festgehalten 😦

Aber zurück zu der weißen Wunderpaste, die einem soviel Entspannung und Freizeit beschert: Faxe sagt, die Paste macht kranke Körperteile heil. Vielleicht sollten die Frau und Else sich die mal auf den Kopf schmieren, dann hätten sie sicher nicht so viele dumme Ideen 🙂

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2 Gedanken zu „Berufswunsch: Frührentner

  1. annibirdy

    Ach Pfridolin…die weiße Paste solltest du wirklich niemanden wünschen! Das ist ja schon fast gemein – soooo gemein können Else und Frau doch gar nicht zu dir sein?! Wobei, das mit dem Tierarzt…das war schon hinterhältig. Da hat der leidende Dackelblick die nächsten Tage auch nichts gebracht?!

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    1. pfridolinpferd Autor

      Ich glaube, die weiße Paste an sich ist nicht böse. Arbeit ist böse, oder Diät. Die weiße Paste zeigt doch nur an. wer nicht arbeiten muss darf, oder?

      Der Tierarzt hat wirklich wie ein Dackel geguckt, das stimmt. Er hat mir auch ein bißchen leidgetan. Aber es war echt eine fies große Spritze, von daher können wir uns ja vielleicht auf unentschieden einigen?


      dein Pfridolin

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