Archiv für den Monat Juni 2014

Ein schwarzes Pferd mit offenem Maul. Es sieht aus, als würde es lachen.

Die ??

Um uns schon mal auf unsere Tätigkeit im Krimi vorzubereiten, haben Faxe und ich jetzt als fünftes Standbein eine freiberufliche Ermittlertätigkeit aufgenommen. Wir nennen uns dabei „die zwei Fragezeichen“. So eine kriminalistische Tätigkeit will nämlich gelernt sein, das kann man nicht einfach so. Ich selbst bin ja glücklicherweise ein Naturtalent und kann eigentlich alles, was ich will, aber Faxe fehlt eindeutig die praktische Erfahrung und vor allem die sachkundige Anleitung durch das Naturtalent.

Welcher Krimi, fragt ihr. Das könnte ich mich auch fragen, wenn ich nicht genau wüsste, dass tief in mir drinnen gerade ein kreativer Prozess stattfindet und mit Macht nach außen drängt. Mit anderen Worten: Ich muss es nur noch aufschreiben. Faxe lästert immer, man sähe mich nie schreiben, aber der hat ja keine Ahnung, wie wir Künstler arbeiten.

Ich muss also das Ergebnis meiner schöpferischen Tätigkeit nur noch zu Papier bringen, aber das geht ja Ratzfatz, und dann bricht der Geld- und Möhrensegen über mich herein. Dann müssen Faxe, Else und Stuti immer nett zu mir sein, jawohl 🙂 Stuti ist ja immer nett, die kann gar nicht anders ❤ , aber für Else wird das eine gewaltige Umstellung.

Bis dahin haben Faxe und ich uns auf das Wiederfinden verschwundener Gegenstände spezialisiert. Zum Beispiel wissen wir jetzt, wo verlorene Hufeisen hingehen. Wenn die sich einmal verirren und nicht mehr bei ihrem Pferd sind, halten sie sich meistens auf dem matschigen Wegstück beim hinteren Wäldchen auf. Oder verlorene Longierpeitschen: Die sind im Longierpeitschen-Nirvana, das direkt hinter dem Longierzirkel beginnt. Ihr seht also: Mit dem Ermitteln kennen wir uns aus. Getreu dem Motto „Wat nix kost‘, is‘ auch nix“ sind wir (natürlich) teuer. Wir wollen uns ja nicht mit Kleinkram abrackern, sondern mindestens Kunstschätze suchen.

Ein weiteres Beispiel, um unsere überzogenen Honorarforderungen zu rechtfertigen: Letztens haben wir im Unterricht gehört, dass Stutis Reiterin öfter mal die Bügel verliert. Wir haben also jetzt beide gut aufgepasst (ich musste Faxe allerdings wiederholt korrigieren und darauf aufmerksam machen, worauf es ankommt – merke: bei einer Observation braucht man ausreichend Proviant) und schlussendlich festgestellt, dass der Bügel gar nicht verloren war, sondern der Fuß der Reiterin sich einfach nicht merken konnte, wo er abgeblieben war. Menschen, ne. Wenn sie nicht so putzig und unterhaltsam wären, wären sie wahrscheinlich längst ausgestorben.

Wenn euch also die Mona Lisa oder das Bernsteinzimmer abhandengekommen ist, wisst ihr ja jetzt, wen ihr mit der Suche beauftragen könnt 😉

Ausschnitt eines Westernsattels auf einem Pferd

Cowgirl – Alarm

Die Frau ist so unglaublich begeisterungsfähig, das liebe ich an ihr. Das und ihren großen Wortschatz und ihr weiches Herz. Und ihre stets mit Leckerlis gefüllten Taschen. Und die Bereitschaft, sich in fast jeder Lebenslage zu blamieren. Eigentlich ist alles toll und unsere Beziehung könnte perfekt sein, wenn… ja, wenn eins nicht wäre.

Ihre merkwürdigen Kaufattacken nämlich, die bisher unter anderem dazu führten, dass ich ein Sortiment an Schabracken in fast allen Tönen des Farbspektrums besitze, ultraviolett und infrarot mal ausgenommen. Und ein rosa Fliegenhäubchen, um nur ein weiteres Beispiel zu nennen.

Letztens hat die Frau laut über einen Westernsattel nachgedacht, da gingen bei mir alle Alarmglocken an. Westernreiten sähe so cool aus, so lässig und locker, und man könnte davon so tolle Fotos machen. Hallo? Ich sehe immer cool aus, und wenn unsere Fotos nix werden, dann muss es wohl an ihr liegen.

Heute stand sie wieder traurig am Rand des Reitplatzes und guckte sich unsere Westernreiterinnen mit ihren notorisch übermotivierten, aber total gechillten Pferden an. Fast hätte sie mir leidgetan, wenn mich nicht Faxe darauf aufmerksam gemacht hätte, dass so ein Westernsattel sauschwer ist. Und was diese Pferde da alles gemacht machen, sah sehr, sehr anstrengend aus. Ich weiß wirklich nicht, ob das was für uns wäre. Sie mit ihren kurzen Beinchen und ihrer ungeschickten Art. Und dann diese Sporen – nachher verletzt sie sich noch.

Andererseits – für mich als Rosa-Allergiker wäre Westernreiten wahrscheinlich gut. Die Sattelpads werden anscheinend ausschließlich in dezenten Farben hergestellt, und Glitzerstirnbänder gibt es bei Einohr-Kopfstücken auch nicht. Ich habe aber zwei Ohren und bin daher schon rein anatomisch nicht fürs Westernreiten geeignet. Und wenn sie erst selbst rausfindet, WIE schwer so ein Westernsattel ist, ist das Thema sowieso durch 😉

Frua mit bodenlangem Regenmantel auf dem Weg zur Koppel

Outdoor Special

Heute hab ich mich fast ein bisschen erschrocken, als die Frau im Mega-Outdoor-Outfit auf unsere Koppel gestapft kam. Schließlich ist Fußball-WM und Deutschland darf anscheinend immer noch mitspielen. Nicht wie Konrad auf unserer Weide, der wegen seiner sehr hässlichen Ekzemerdecke und seiner Doofheit von Faxe und mir gemobbt wird. Und weil er mir Else ausgespannt hat. Mit Gummistiefeln und ihrem riesigen Regenmantel, ungefähr so, als wollte sie bis ins Taka-Tuka-Land reiten (falls es da ganzjährig wie aus Eimern schüttet). Weil ich die Frau aber kenne, weiss ich, dass es mit so einer Ausrüstung maximal bis auf den Reitplatz geht 😉 Glücklicherweise stellte sich auch schnell heraus, dass sie sich nur für den weiten Weg zur Wiese und zurück so verkleidet hatte. Das kann ich verstehen, auf 500 Meter Wegstrecke kann viel passieren.

Wir haben ja jetzt so abwechslungsreiches Wetter. 5 Minuten Regen, 5 Minuten Sonne und 5 Minuten unentschieden. Das macht die Frau fertig. Dauernd zieht sie sich an und aus und um. Wenn der Mann herausfindet, dass sie letzte Woche 2 neue Regenjacken gekauft hat („Die war runtergesetzt!“ beziehungsweise „Die Farbe steht mir ganz toll!“) und eine neue Regenhose (sie hatte vergessen, dass die alte im Kofferraum liegt), gibt’s vielleicht wieder Gemecker.

Er hat nämlich jetzt die Macht, weil er neuerdings kochen kann. Er hat es notgedrungen gelernt, weil die einzige warme Mahlzeit, die sie unfallfrei zubereiten kann, mein Mash ist. Dummerweise isst die Frau sehr gern gut, so dass er sie jetzt mit ihrem Lieblingsfutter erpressen kann. Das hat seinem Selbstbewusstsein anscheinend gut getan und er kommt mir öfter mal zu Hilfe, wenn sie wieder im Rosa-Wahn ist. Aber das nur mal am Rande.

Mittlerweile hat die Frau auch eine hübsche Kollektion von diversen Regen- und Strohhüten. Mein persönlicher Favorit ist der Cowboyhut aus Stroh. Sieht lustig aus und schmeckt. Dazu eine quietschbunte, undichte Regenjacke (richtig geraten, das ist die mit der schönen Farbe) und die raschelige Regenhose, mit der sie wie ein Michelin-Männchen watschelt. Der Burner 😉

Das hat anscheinend was mit diesem Zwiebellook zu tun, wo man die Kleidung in verschiedenen Schichten übereinander trägt. Ich finde, sie setzt das gekonnt um. Faxe und mir sind jedenfalls die Tränen gekommen, vor Lachen. Stuti kann ich grade nicht mehr sehen, die ist sensibler als wir und schnell weggelaufen 😉

Ein rosa Fliegenhäubchen für Pferde mit einer selbstgemalten Deutschland-Fahne

Fußball-WM: Deutschland (noch) dabei

Wo die Frau ja jetzt so abgelenkt ist, habe ich euch ein paar Blogs rausgesucht, in denen Pferde vorkommen. Zum größten Teil informativ und so, aber ein paar lustige sind auch dabei. Hier geht’s los (alphabetisch sortiert und ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

http://www.pferdialog.de
http://www.ponyliebe.wordpress.com (mit Islandpony Ràn)
http://www.reit-kultur.de
http://www.saskiapaetow.wordpress.com (Hier bloggt -auch- der Hengst Nordstern. Vielleicht traut sich sein Kumpel Aramis irgendwann auch mal. )
http://www.sirrahsseiten.blogspot.de
http://www.tash-horseexperience.blogspot.de (Mit Ponies! Toll, lustig und informativ – sehr zu empfehlen!)
http://www.wege-zum-pferd.de

Viel Spaß und drückt Faxe und mir die Hufe, dass Deutschland auf möglichst spannende Art und Weise Weltmeister wird. Dann braucht die Frau bestimmt noch ´ne Woche, um sich davon zu erholen 😉

Ein Deutschland-Fähnchen über einem rosa Fliegenhäubchen für Pferde

Wegen WM geschlossen

Dieses Fußballdingsda ist irgendwie toll. Die Frau ist noch verwirrter als sonst und meist auch zu müde, um irgendwas mit mir zu machen, außer meine Box auszumisten. Glücklicherweise hat sie deshalb so dermaßen Schuldgefühle, dass es mir futtertechnisch und auch sonst an nichts mangelt außer an sportlicher Betätigung und am Ausreiten, aber ich bin ja schon ein großer Junge und kann damit umgehen. Außerdem hält sich meine Trauer darüber, dass ich im Moment nicht mit pausenlosen Übergängen und misslungenen Seitwärtsbewegungen (von Seitengängen kann man da nicht sprechen) gepiesackt werde, in Grenzen 😉

Ich hab ihr auch nicht erzählt, dass sie mit den schwarz-rot-goldenen Streifen im Gesicht relativ albern aussieht. Der Mann kann sowas viel besser tragen 😉

Überhaupt, der Mann. Er benimmt sich auch anders. Er wollte mich in den WM-Trubel einbeziehen und mir Bier geben (Faxe sagt, das kann man ruhig annehmen) und für mich ein Deutschland-Trikot kaufen. Da war die Frau aber ganz komisch eigensinnig und hat behauptet, wir müssten sparen. Bestimmt nur, weil es die nicht in rosa gibt 😛

Egal, Fußball-WM ist toll. Wegen mir könnte die noch ewig gehen. Faxe sagt, wir müssten aber Deutschland die Hufe drücken, sonst wäre die WM für uns schnell vorbei und wir müssten wieder mehr tun. Aber nicht so Pferde-Korso, nee nee, richtig arbeiten, sagt Faxe.

Also: Deutschland vor, noch ein Tor! Und: Finale, ohooooo 🙂

Schubkarre auf Stallgasse

Schubskarre

Die Frau hat gesagt, sie käme eigentlich nur wegen der Schubkarren in den Stall. Sie würde sich schon den ganzen Tag darauf freuen, endlich ausmisten zu dürfen und große Mengen Pferdeäppel auf Wiese und Paddock aufzusammeln. Und aufs Schubkarrefahren. Das wäre überhaupt das Beste. Dabei hat sie mich so komisch angeguckt.

Schade. Und ich hab gedacht, sie kommt wegen mir hierhin 😦 Wie man sich so täuschen kann. Ihr kennt das: Man steht so rum und knabbert Gras und plötzlich fährt IHR Auto auf den Hof. Nun ist es ja nicht so, dass ich der allermotivierteste Arbeiter oder gar Sportler wäre, aber ich hab sie schon ganz gern und begrüße sie immer. Sogar dann, wenn sie nur eine ganz, ganz klitzekleine Möhre für mich mitgebracht hat und keinen ganzen Eimer voll 😉

Und was passiert? Sie steigt aus und fängt an, meine Box auszumisten. Kein freundliches „Hallo, mein wunderbares Lieblingsroß, du hast mir so gefehlt“ oder „Wie geht’s?“ oder „Darf ich dir diese köstlichen Möhren aufdrängen?“ Oder auch „Darf ich dich mit meinen jetzt noch sauberen Fingernägeln am Hals kratzen?“ Ganz zu schweigen von „Darf ich mit den Zähnen stundenlang deinen Widerrist beknabbern?“ Man wird ja wohl noch träumen dürfen….

Ich fühle mich vernachlässigt. Sie kann doch nicht einfach so Schubkarre fahren, ohne mich zu beachten. Und dann braucht sie immer so lang! Das ist total egoistisch. Immer denkt sie nur an ihr Vergnügen.

Bestimmt quatscht sie. Ich kenn sie doch. Mit anderen Menschen oder Pferden. Statt sich um MICH zu kümmern. Ich warte übrigens immer noch auf sie.

Gerade fällt mir auf, dass Warten langweilig ist. In der Box gibts auch immer so leckeres Futter. Das hätt ich jetzt gern.

Wo ich hier so rumstehe und immer noch warte, sehe ich, dass die anderen Menschen auch Schubkarre fahren. Das scheint irgendwie ansteckend zu sein. Hoffentlich bin ich dagegen geimpft. Obwohl – gegen Rosa-Allergie wurde ich auch nicht geimpft. Vielleicht konnte der Mann sich durchsetzen und sie muss jetzt sparen. Aber doch nicht am falschen Ende! Rosa-Allergie ist kein Zuckerschlecken. Ich mach das doch nicht zum Spaß!

Ich warte jetzt auf der Wiese direkt am Tor. Boah langweilig.

Wenn man soviel Zeit zum Nachdenken hat wie ich, weil sich nämlich keiner um einen kümmert, dann kommen einem ziemlich viele gute Ideen. Ich habe mir zum Beispiel gerade überlegt, dass ich ihr die Schubkarre umwerfe, wenn sie zum Abäppeln auf die Wiese kommt. Dann kann sie sich noch mehr mit der Schubkarre beschäftigen. Bestimmt gefällt ihr das 🙂 Und heute Nacht werde ich in der Box ALLES geben. Ich meine, ich steh hier eh nur rum und warte, da kann ich ihr auch noch eine zusätzliche Freude machen.

Bestimmt wird es gleich dunkel. Ich war noch nie im Dunkeln draußen. Gibt es hier eigentlich Wölfe?

Oh, ich glaube, da kommt sie. Das wurde ja auch Zeit… Heißt es eigentlich Schubkarre oder Schubskarre? 😉 Bin mir da gar nicht so sicher, aber ich erweitere meinen Wortschatz ja täglich. Ich bin schon gespannt auf ihre Freudenschreie 🙂

Ein See. Blauer Himmel. Im Hintergrund Bäume.

Wasser ist (vielleicht) zum Waschen da

Seit neuestem ist Stuti total furchtlos. Jedenfalls, was Wasser betrifft. Das mag vielleicht auch mit den anhaltend hohen Temperaturen zu tun haben 😉

Bei Pfützen ist sie immer noch ein bisschen zurückhaltend. Da waren Faxe und ich wohl zu überzeugend mit unseren Erzählungen von den Wassermonstern 😉 Aber Regen macht ihr fast gar nichts mehr aus. Oder der Wasserschlauch.

Die Frau kann jetzt nämlich mein Heu nassmachen, während Stuti danebensteht, ohne dass sie Schnappatmung kriegt. Also Stuti, nicht die Frau. Die kriegt höchstens Schnappatmung, wenn wir ausreiten. Oder sie die Sattelkammer aufräumen muss.

Und Stutis Besitzerin kann sie sogar jetzt abduschen. Ganz normal, mit dem Schlauch. Nicht mehr mit dem ganz leicht angefeuchteten Schwämmchen wie früher. Stuti beißt dann ganz mutig in den Wasserstrahl. So nach dem Motto: Angriff ist die beste Verteidigung, und wenn ich dich zuerst beiße, kannst du mich nicht mehr beißen, ätsch 😛 Gleichzeitig übt sie Ohren anlegen und böse gucken. Sie ist ja sehr lieb und kann das deshalb noch nicht so richtig.

Im Moment sieht sie ungefähr so bedrohlich aus wie ein Gummibärchen. Davor hat das Wasser aber komischerweise keine Angst und es geht auch nicht weg, und Stuti kommt gar nicht mehr aus dem Nicht-sehr-böse-gucken und Ins- Wasser- beißen raus. Faxe und ich könnten uns das stundenlang angucken 😀

Für den Fall, dass Stuti irgendwann merkt, dass das alles nicht gegen das Abgeduschtwerden hilft, möchte ich aber betonen, dass es ganz allein Faxes Idee war, ihr das mit dem Wasserbeißen zu erzählen und dass das gegen das Abgeduschtwerden hilft. Ich hab damit nix zu tun 😉