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Pferde auf der Weide

Ein Herz und eine Seele oder: Mein Weg zu Else

Die Pferdeflüsterei hat eine ganz tolle Aktion gestartet, und ich darf mitmachen, weil mich Dani von Fair Riding Corp nominiert hat. Und zwar geht es darum, dass man seinen Weg zum Pferd beschreibt, und wer könnte das besser als ich. Schließlich mach ich den jeden Tag mehrmals in verschiedene Richtungen, oft auch sehr schnell 😉

Also eigentlich heißt es „Wie werde ich mit meinem Pferd ein Herz und eine Seele“, aber ich hab ja leider kein eigenes. Zuerst dachte ich noch, ich würde ein eigenes Pony kriegen, aber dann hat die Frau stattdessen den Lutschi gekauft. Der ist zwar auch ganz unterhaltsam, weil er nicht so schlau aus der Wäsche guckt, aber er ist halt nicht mein eigenes Pferd. Das ist Else zwar auch nicht, aber immerhin haben wir eine On-Off-Beziehung, und das geht ja schon mal in die richtige Richtung.

Das mit Else hat sich ganz zufällig ergeben, weil sie in die Box neben meiner eingezogen ist, und zwar ohne mich vorher zu fragen. Dann hat sie sich eingebildet, ich wäre ohne sie völlig hilflos und sie müsste alles haarklein mit mir besprechen. So etwa:
„Pfridolin, meinst du wirklich, du solltest das noch essen?“
„Ja, das sollte ich. Es sieht lecker aus.“
„Aber sooooviel Kraftfutter! Wozu ist das gut?“
„Es macht mich kräftig. “
„Und dick.“
„Selber dick.“
Na ja, und dann gab ein Wort das andere. Wie bei so nem alten Ehepaar.

Es gab aber auch schöne Zeiten, zum Beispiel, wenn ich sie in den Hintern gezwickt habe und sie nicht schnell genug war, um sich zu wehren. Das war damals, in unserer romantischen Phase. Mittlerweile ist sie verdammt schnell geworden. Ihr Sinn für Humor hat sich leider nicht in demselben Maß entwickelt ^^

Nun hat Else ja beileibe nicht nur schlechte Seiten. Sie fand meine grausam verhunzte schief geschnittene Mähne abscheulich, mich selbst aber süß. Das ist vielleicht ein zweifelhaftes Kompliment, aber jemand mit meinem Frisurenproblem darf nicht wählerisch sein. Außerdem gibt es ganz schön viel Else, weil sie nicht gerade klein oder schmal ist. Das ist auch gut, weil man sich wahlweise dahinter verstecken in ihrem Windschatten aufhalten oder in ihrem Schatten grasen kann. Unglücklicherweise hat sie mal viel Sport getrieben und weiß also, dass es so etwas wie Muskeln gibt. Die vermisste sie sehr schnell bei mir, was zu unsachlichen und ungerechtfertigten Kommentaren über meine Figur führte. Schließlich bin ich ein barockes Dressurpferd, das muss einen tiefen Schwerpunkt haben.

Dann lernte sie Konrad, den Totilas für Arme das Sportpferd kennen, und ab da war es ganz vorbei. Ständig hat sie an mir und meinem Body rumgemeckert. Und wenn sie nix gesagt hat, hat sie geschnarcht. Oder hungrig mit ihrem Heunetz gekämpft, weil sie selbst nicht die Allerschlankste und die meiste Zeit auf Diät ist. Das kann einem schon die Laune verderben, und meine gleich mit 😉

Aber nun ist ja wieder Frühling und ich fühle mich sehr romantisch, wenn ich an Else denke. Bin ja schließlich ein Fast-Hengst, hehe. Außerdem hat mich Else letztens so verträumt angeguckt. Das kann nur eins bedeuten: Sie liebt mich.

Ich werde mich also ganz unauffällig an sie heranpirschen, ihr tief in die Augen schauen und sie gekonnt um den Finger Huf wickeln. Zweierlei kommt mir dabei zugute: Wir stehen auf derselben Weide und Else trägt tagsüber eine Fressbremse. Mit anderen Worten: Sie kann mich nicht beißen 😉 Das vereinfacht meine Annäherungsversuche kolossal, zumal ich mir vorgenommen habe, sie nicht auf das Ding in ihrem Gesicht anzusprechen. Vielleicht kann ich auch punkten, wenn ich ihr beim Ausziehen und/oder Zerstören helfe? Das ist sicher sehr romantisch und nächstenlieb, weil es eine gute Tat ist. Die Wiese ist groß genug, so dass man uns nicht so schnell findet. Und die zerstörte Fressbremse auch nicht. Sollen auch gar nicht gut für die Zähne sein, die Dinger, hab ich gehört. Das wäre dann schon meine zweite gute Tat. Da kann Else doch gar nicht anders als mit mir ein Herz und eine Seele sein, oder? 😉

Was mich jetzt aber doch mal interessieren würde: Wie war eigentlich dein Weg zum Pferd, liebe Miri von Mein Faible?

P.S. Wer schon alles dabei war:
Christina von Herzenspferd
Dani von Fair Riding Corp
Tanja von Tash Horse Experience
Akki von Fü(h)rpferd

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Der Krimi – Kommissar Pfridolin ermittelt weiter (Teil 2)

Hier gehts zu Teil 1.

Irgendwann erhob ich mich dann majestätisch und nahm anmutig die Möhre entgegen, die die Frau mir anbot. Sie erklärte mir mit glänzenden Augen, dass wir ausreiten wollten.

Ich bin ja generell ein großer Freund von Ausflügen, aber bisher war die Freude immer ziemlich einseitig gewesen, vor allem, wenn die Frau meine Entscheidungen hinsichtlich Streckenführung und Geschwindigkeit kritisiert hatte. Wahrscheinlich war sie wieder an den Beruhigungskräutern in der Futterkammer, davon wird man nämlich verwegen und entspannt.

Soso, wir wollen ausreiten. Und wer soll mich vor den Gespenstern und wilden Tieren da draußen beschützen – du etwa?, dachte ich und vernahm erleichtert, dass Faxe und seine Besitzerin mitkommen würden. Prima, dann würde der Dicke zuerst gefressen 🙂

Man muss das verstehen, in der Natur geht es grausam zu. Faxe würde genauso denken und bei einer panischen Flucht –ok, wir sprechen von Faxe. Faxe würde, falls sich seine Reiterin beim gemächlichen Wegtraben vor einer Gefahr nicht mehr im Sattel halten könnte, erst noch ihre sämtlichen Jacken- und Hosentaschen auf eventuelle Leckerli untersuchen, bevor er die wilde Flucht fortsetzt. Und zwar gemächlich von Grasbüschel zu Grasbüschel. So böse ist es draußen in der Wildnis.

Inzwischen war auch Melanie, Faxes Besitzerin, im Stall angekommen und schleppte Putzzeug und Sattel zu Faxes Box. Glücklicherweise ahnte sie nichts von Faxes und meinen Gedanken und hielt uns für harmlose, flauschige Freunde (Faxe) beziehungsweise sympathische Freizeitpferde (mich). „Hey Dana, bist du schon lange da? Oder wohnst du jetzt in der Box? Ist für ein Doppelzimmer eigentlich groß genug, wenn du ein bisschen abnimmst“, lästerte sie. Damit konnte sie nur Dana gemeint haben. Ich bin nämlich ein Barockpferd, das muss einen tiefen Schwerpunkt haben. Von wegen dick.

Die Frau zog sich den Schuh aber nicht an und machte Melanie freundlicherweise darauf aufmerksam, dass auch Faxe nicht der Schlankste war. „Ich weiß. Er kriegt auch eigentlich kaum Futter. Aber manchmal guckt er so traurig, dass ich ihm gar nicht widerstehen kann. Er ist einfach unglaublich leichtfuttrig. Bei ihm setzt alles sofort an“, versuchte sich Melanie zu rechtfertigen.

Ja, Faxe war ein Meister des traurigen Blicks. Jeder Golden Retriever wäre neidisch auf ihn gewesen. Außerdem konnte er Boxen- und andere Türen öffnen, Knoten lösen und sogar ein bisschen lesen, was ganz praktisch war, wenn man Säcke aufreißen wollte und nicht sicher war, ob da Hafer oder Zement drin war. Glücklicherweise hatte er einen widerstandsfähigen Magen und bisher weder Kolik oder Hufrehe gehabt. Nach seinen ersten erfolgreichen Aus- und Einbruchsversuchen hatte sich unsere Futterkammer allerdings in einen Hochsicherheitstrakt verwandelt. Schade.

Während Dana und Melanie uns vor unseren Boxen anbanden und putzten (Jaaaa, kratz mich da – nein, mehr rechts – jetzt weiter oben!), kam Kiki, die Reitlehrerin, in die Stallgasse. Sie war für einen Menschen erschreckend pfiffig und verstand sogar sehr viel von dem, was Faxe und ich sagten. „Hat einer von euch vielleicht Blacky gesehen? Oder Ralph?“ Hatten Melanie und die Frau natürlich nicht, die waren ja grade erst in den Stall gekommen und hatten sich vorschriftsmäßig nur um ihre Pferde gekümmert.

„Ach, ist unser Ausbrecherkönig wieder unterwegs?“ Blacky, das schneeweiße Minishetty, hatte einen ausgeprägten Freiheitsdrang. Wegen seiner geringen Größe passte es unter den meisten Weidezäunen durch, ohne sich zu bücken. Faxe war zwar auch gelenkig, wenn es um Grashalme auf der anderen Seite des Zauns ging, aber Blacky war einfach unschlagbar und sein heimliches Vorbild. „Ja, dem war es wohl zu langweilig auf der Wiese. Vielleicht hat Ralph ihn ja gefunden.“ „Sein spezieller Freund? Ich glaube nicht, dass sich Blacky von Ralph einfangen lässt. Er scheint ihn nicht zu mögen“, erwiderte Dana. „Das wundert mich gar nicht, und es beruht auf Gegenseitigkeit. Ralph kann es schon nicht verstehen, dass sich jemand so ein Tier anschafft. Noch dazu eins, das zu nix gut ist, wie er immer sagt.“

Ein Sturm der Entrüstung folgte. Dana und Melanie fanden Blacky nämlich großartig. Er gehörte Marie, die auch Companero, meinen spanischen Boxennachbarn, ihr Eigen nannte. Sie hatte ihn von einer Tierschutzorganisation bekommen, die ihn völlig abgemagert und krank aus schlechter Haltung gerettet hatte. Jetzt genoss er das Leben in vollen Zügen. Marie hatte angefangen, ihm Kunststücke beizubringen, und wollte ihn später am langen Zügel ausbilden. Dana und Melanie stellten sich das spektakulär vor – Companero, der spanische Schimmel, und Blacky, das kleine weiße Minishetty, in prunkvoller barocker Zäumung. Wenn der kleine Kerl denn mal da bliebe, wo man ihn hinstellte.

„Schon gut, war doch nur Spaß. Ich finde ihn ja genauso toll wie ihr“, rechtfertigte sich Kiki. „Apropos finden: Wo stecken die beiden denn nur? Ralph und ich waren ja eigentlich verabredet und wollten ein Pferd angucken fahren. Ich such dann mal weiter.“ Sie verschwand um die Ecke.

Fortsetzung folgt 🙂

Ein rosa Fliegenhäubchen für Pferde mit einer selbstgemalten Deutschland-Fahne

Fußball-WM: Deutschland (noch) dabei

Wo die Frau ja jetzt so abgelenkt ist, habe ich euch ein paar Blogs rausgesucht, in denen Pferde vorkommen. Zum größten Teil informativ und so, aber ein paar lustige sind auch dabei. Hier geht’s los (alphabetisch sortiert und ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

http://www.pferdialog.de
http://www.ponyliebe.wordpress.com (mit Islandpony Ràn)
http://www.reit-kultur.de
http://www.saskiapaetow.wordpress.com (Hier bloggt -auch- der Hengst Nordstern. Vielleicht traut sich sein Kumpel Aramis irgendwann auch mal. )
http://www.sirrahsseiten.blogspot.de
http://www.tash-horseexperience.blogspot.de (Mit Ponies! Toll, lustig und informativ – sehr zu empfehlen!)
http://www.wege-zum-pferd.de

Viel Spaß und drückt Faxe und mir die Hufe, dass Deutschland auf möglichst spannende Art und Weise Weltmeister wird. Dann braucht die Frau bestimmt noch ´ne Woche, um sich davon zu erholen 😉

Ein athletischer brauner Wallach, freilaufend auf einem Sandpaddock, stoppt spektakulär direkt vor der Kamera. Der Hintergrund ist gelb.

Else

Ihr erinnert euch doch an meine Ex-Freundin Else, stimmts? Die sich so unsterblich in diesen blöden Sportpferde-Typen verliebt hat, weil er „so toll aussieht“ und „so eine gute Figur hat“ und „so tolle Muskeln“. Es läge ja auch nicht an mir, dass wir nicht mehr zusammen sind, sondern an ihr. Sie würde jetzt viele Dinge anders sehen und wir könnten ja Freunde bleiben.

Bla bla bla. Nicht mit mir. Der Typ ist doof wie Brot und wenn sie sowas will – bitteschön. Ich bin ein Charakterpferd und jetzt erstmal beleidigt.

Leider wohnt sie seit ein paar Tagen in der Box neben mir, weil mein alter Nachbar umgezogen ist. Das fand ich sehr schade, denn der hat seinen Heulagehaufen immer so an die Boxen-Trennwand geschoben, dass ich dran gekommen bin. Zum Ausgleich durfte er sich an meinem Heu bedienen. Die Frau hat ja leider so komische Vorstellungen davon, was ich essen darf und was nicht, dass ich mich zwangsläufig selbst versorgt habe. Man ist ja Gourmet 😉

Damit ist jetzt erstmal Schluss. Else zeigt sich absolut unkooperativ, was Futtertausch betrifft. Außerdem meckert sie an mir rum. Mein Hals wäre schwabbelig, der Hintern erst recht, und über das, was sie über meinen Bauch gesagt hat, möchte ich nicht sprechen 😦

Ich habe zu meiner Verteidigung behauptet, dass ich ein Barockpferd bin und dafür einen tiefen Schwerpunkt brauche. Hoffentlich lässt die Frau meine Mähne in der nächsten Zeit in Ruhe, dann glaubt mir Else vielleicht sogar 😉